Beteiligung - auf uns Bürger kommt es an
Warum denn beteiligen?

Sonne.
Offenbar war das Solardach der Volkschule in Parsdorf eine ungemein attraktive Gelegenheit ca. 5000 Euro zu investieren. Innerhalb kurzer Zeit war das Angebot dazu mehrfach überzeichnet. Inzwischen ist es ein schönes Dach geworden, produziert grünen Strom und wirft etwas ab.
Wind.
Vermutlich noch attraktiver war 1996 das Angebot, mehr als 3 Millionen Euro in die Windanlage "Roter Berg" zu investieren. Innerhalb von drei Wochen war das Geld von Bürgern aus der Region zusammengebracht. Auch diese Anlage produziert grünen Strom und wirft eine respektable Rendite ab.
Wieviel sie abwirft, wie die Beteiligung an der GmbH & Co KG funktioniert, wie die Anlage geplant, gebaut, gewartet und betrieben wird - dies und mehr steht in diesem Beteiligungsangebot (5 MB).
Ein Beteiligungsangebot für eine Windanlage in Vaterstetten kann ähnlich aussehen. "Umweltschutz & Geschäft" brauchen also auch in Vaterstetten nicht im Widerspruch zu stehen.

Geothermie.
Die Sache mit der Geothermie in Grasbrunn, Vaterstetten und Zorneding scheint nicht einfach zu sein. Im dritten Jahr der Planung sind zwar Technik und Rentabilität weitgehend geklärt, nicht jedoch die Finanzierung.
Hier ist zwar nicht der Ort, die Gründe dafür auszuführen, doch soviel sei gesagt: die Finanzierung des Geothermievorhabens hängt zusammen mit der Rolle, die die Kommunen dabei spielen können sowie mit der Rolle des Investors und Partners.
Der Bürgerfonds
Können wir uns an der Geothermie beteiligen? Sollten wir uns gar beteiligen? Die Bürgerbeteiligung an Wind- und Solaranlagen hat sich schließlich bewährt.
Ein paar Millionen Euro - in einen Fonds eingezahlt von den Bürgern Grasbrunns, Vaterstettens und Zornedings könnten Enormes bewirken. Ein Fonds kann wie frisches Eigenkapital der klammen Kommunen wirken. Deren Verhandlungsposition mit Partnern / Investoren wird dadurch gestärkt. Und dies wirkt zum Wohle für uns Bürger, denn die Interessen unserer Kommunen werden weniger vom Kapitalmarkt als von Wählern bestimmt. Wir Bürger können also die Mitsprache der Kommunen im Geothermievorhaben finanzieren, das uns ja alle angeht.
Ein Bürgerfonds - eine kommunale Gemeinschaftsaktion - ist weithin sichtbares Zeichen. Es prägt unser Image nach außen ebenso wie die Akzeptanz "unserer Geothermie" in der Gemeinde.
Vorbilder
Es gibt vielfältige Bürgerfonds in großer Zahl. Darunter sind auch Vorbilder, die uns inspirieren können - organisiert z.B. als Genossenschaften, Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften. Sie investieren in Energieprojekte oder betreiben Energieunternehmungen.
So gibt es in Schwäbisch Hall eine Solar Invest AG zur Bürgerbeteiligung an erneuerbaren Energien. Die Stadtwerke Schwäbisch Hall sind übrigends bundesweit und auch in Ottobrunn aktiv. (Abbildung: J. van Bergen, Geschäftsführer Stadtwerke Schwäbisch Hall; 4. Eurosolar Konferenz, München, Mai 2010)
Als GmbH vor 10 Jahren gestartet, hat sich Solarcomplex zur Bürgerbeteiligungs AG für erneuerbare Energien im Bodensee-Gebiet entwickelt (http://www.solarcomplex.de). Das Grundkapital der solarcomplex AG beträgt aktuell 5 Mio. Euro, eingeteilt in 5 Mio. Namensaktien mit Nennwert 1 Euro, gehalten von derzeit über 700 Aktionären. Solarkomplex ist dem Bürger verpflichtet, nicht einzelnen Großinvestoren.
Einen eigenen Weg ging Marktoberdorf, um sein Fernwärmenetz zu finanzieren und den Einfluß der Stadt darauf zu erhalten. Entstanden sind drei Genossenschaften, darunter eine Genossenschaft zum Betrieb des Fernwärmenetzes und eine Bürgergenossenschaft zu dessen Finanzierung. Der Einfluß der Stadt ist garantiert.
Und nicht zuletzt beginnt in Markt Schwaben die Interessengemeinschaft Geothermie Bürgerbeteiligung zu organisieren.
Unternehmer gesucht
Natürlich kommt es auf die Bürger an. Ist ihnen bewußt, dass ihr Zutun wichtig ist und funktioniert? Doch die Frage, die im Falle der Geothermie schwerer wiegt, lautet: "Wer macht den Vorstand, wer den Aufsichtsrat?" Unternehmer sind gesucht.
Der Bürgermeister von Marktoberdorf sitzt im Vorstand der Fernwärmenetz-Genossenschaft, der Bürgermeister von Schwäbisch Hall im Aufsichtsrat der Solar Invest AG. Dies verdeutlicht die bedeutende Rolle von Kommunen und ihrer Bürgermeister.
Wildpoldsried, Marktoberdorf, SolarComplex, Schwäbisch Hall und die sieben Gemeinden des Regionalwerks Bodensee sind längst über die Phase der Planung und Pilotierung hinaus. Sie haben Unternehmen geschaffen mit Geschäftsplänen, die offenlegen, welcher Art Energiegeschäft betrieben wird und was der Investor davon zu erwarten hat.
Sobald die vaterstettener Geothermie Unternehmensreife erlangt hat, ist die Zeit der Bürgerbeteiligung gekommen. Dann sind Unternehmer gesucht.
Was läuft und wie geht's weiter?
Der Bürgermeister und seine Geothermie-Beauftragten sind sich bewußt, Bürgerbeteiligung kann eine wichtige Rolle spielen. Deren Organisation hat noch nicht begonnen.
An dieser Stelle wollen wir Sie informieren, wenn die Organisation von Bürgerbeteiligung beginnt und wie sie vorankommt.
Fragen, Vorschläge und Kritik
Diese Kolume soll als Forum wirken. "Bürgerbeteiligung in Vaterstetten" geht uns ja alle an. Lassen Sie uns Ihre Fragen und Meinungen wissen. Wir werden versuchen, Ihre Meinungen und Ideen darzustellen und so das "Bild der Bürgerbeteiligung" der Gemeinde zu zeichnen.
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